Unterwegs zum Mythos der Arktis...

21.07.2022 - 02.08.2022




Urlaub im Juli, da denkt Ihr bestimmt an Sonne, Strand und Meer! Auf jeden Fall warm! Nein, wir packen unseren Koffer und nehmen mit: Thermohose, dicke Jacke, Handschule, Schal…

 

Dieses Mal ist Zeit für etwas Neues! Wir begeben uns auf eine ganz besondere Reise mit dem Expeditions-Schiff Hanseartic spirit. Wir freuen uns auf die Spitzberge, das Polarmeer mit seinem ewigen Eis, Gletschertouren, spektakuläre Fjorde und einer uns völlig fremden Tier- und Pflanzenwelt. Ein weiterer Reiz ist es die nie untergehende Sonne, die „Mitternachtssonne“, zu erleben. Willkommen im ewigen Eis, in der Heimat der Eisbären. Nur Abenteuerlustige, denen die Kälte und der Schnee nichts anhaben können, wagen sich hierher. Und wir! 

 

Auch wenn wir den warmen Süden lieben sind wir neugierig und haben uns für diesen Trip entschieden! Diese Reise werden wir nur einmal im Leben machen und wenn nicht jetzt... wann dann? Die Komplett-Umrundung der Inselgruppe wird für uns sicher ein großes Abenteuer. Nahe der Packeisgrenze ist die Route abhängig von den herrschenden Wetter- und Eisbedingungen, schließlich ist das Niemandsland zwischen Nordkap und arktischem Packeis eine der letzten unberührten Wildnisse des Kontinents.

 

Nun geht es los und stellen wir uns dem Wagnis einer Umrundung - und zwar die Umrundung der Spitzberge! Ahoi und willkommen an Bord, schön das Ihr wieder dabei seid und uns bei dieser kalten und abenteuerlichen Reise begleitet. 

Inselgruppe Spitzbergen:

 

Lage: Norwegischer Archipel zwischen dem norwegischen Festland und dem Nordpol

Hauptstadt: Longyearbyen

Fläche: 61.045 m²

Einwohner: 2.926

Amtssprache: Norwegisch, Russisch

Aktuelle Zeit Differenz: keine

 

 

Schiffsdaten: HANSEATIC spirit

 

Länge: 138 m/ Breite: 22 m

Tiefgang: 5,7 m

Anzahl Decks: 7

Anzahl Kabinen 120

Passagiere 199 / Crewmitglieder 175

Restaurants: 3

Baujahr: 2021


Unsere Reiseroute: (der Reiseverlauf ist abhängig von behördlichen Genehmigungen und der Wetter- /Eislage) 

 

21. Juli 2022

Vorabendanreise Hamburg Nordport Plaza Hotel

 

22. Juli 2022

Flug Hamburg – Tromsö

 

23. Juli 2022

Auf See

 

24. Juli 2022

Ny Alesund 

 

25. Juli 2022

Fjotende Julibreen, Magdalenenfjord, Liefdefjord

 

26. Juli 2022

Passage Hinlopenstrasse

 

27. Juli 2022

Alkefjellet, Palanderbukta

 

28. Juli 2022

Torellneset

 

29. Juli 2022

Passage Freeman-Sund

 

30. Juli 2022

Passage Kapp Lee

 

31. Juli 2022

Kreuzen im Honsundfjord

 

01. August 2022

Longyearbyen

 

02. August 2022

Flug Longyearbyen - Hamburg

 

 


21. Juli 2022

Immerhin, wir sind schon mal in Hamburg…

Nach fast 10 Stunden Fahrt, inklusive der Aufladung unseres Stromer-Mobils und eines negativ absolvierten Corona-Tests, sind wir endlich im Nordport Plaza Hotel in Hamburg angekommen. Etwas Nahrhaftes haben wir in Hotel Restaurant gefunden (leckeres Wiener Schnitzel) und genehmigten uns gut gesättigt in der Panorama-Bar ein Absacker-Drink. Der Urlaub soll ja mal ganz entspannt beginnen. Prost! Da unser Charter-Flug mit der Finnair erst morgen um 14.20 Uhr in die Lüfte geht, bleibt uns noch ein stressfreier Vormittag. Flugzeit beträgt 2 Stunden und 54 Minuten, in Kilometer sind es 1.842. Eine Brieftaube würde von Hamburg nach Tromsö 1 Tag und 4 Stunden brauchen 😊. Nur falls es jemand von Euch interessieren sollte…!


Noch kurz zum Hotel….! Einfach mega (da ist man am überlegen ob man die nächsten Flugreisen nicht von Hamburg aus buchen soll. Das Nordport Plaza liegt in unmittelbarer Nähe des Flughafens. Ich sitze hier auf dem Bett und kann die startenden Flieger beobachten 👀. (Fast noch den Passagieren zuwinken). Alles ganz neu, hell mit drei bodentiefen Fenstern und sehr sauber.  


Ende für heute, wir gehen nun ins Bett und träumen schon mal von den Eisbären oder was uns alles in die Quere kommt (bzw. dem Schiff entgegen schwimmt). Gute Nacht und bis Morgen in Norwegen, in Tromsö, im Eisbärenland…!

22. Juli 2022

Das arktische Abenteuer hat nach fast 15 Monaten Wartezeit endlich begonnen... Entspannter Flug, wir sind gut in Tromsö, der größten nördlichsten Stadt des Polarkreises, gelandet (schneller als die Brieftaube). Tromsö wird auch „Paris des Nordens“ genannt. Irgendein Franzose hat im 19. Jahrhundert der Stadt diesen Beinamen verpasst. Nur mal so nebenbei bemerkt.


Der Transfer vom Flughafen an den Hafen verlief einwandfrei und so marschierten wir endlich in voller Erwartung, Spannung und Neugierde die Gangway hinauf. Ahoi! Wir sind da…! Unsere Balkonkabine befindet sich ziemlich oben auf Deck 7 und ist am ganz am Ende des Schiffes, also in der Schiffssprache am Heck. Nur noch ein Wermutstropfen…! Auf der Homepage der Hapac-Lloyd Reederei steht: In Extremgebieten, zum Beispiel Arktis und Antarktis, können satellitenbedingt Internet, E-Mail und Telefon tageweise nicht verfügbar sein. Ist ja auch logisch dass auf dem Packeis keine Mobilfunkantennen rumstehen. Also bleibt locker, wenn es ab und zu mal ruhig um uns wird. Unser Bööötchen verfügt über die höchste Eisklasse (PC6) für Passagierschiffe. Ja ja, die Titanic hatte auch Pech mit einem Eisberg...!

 

Noch eine kleine Anmerkung der Umwelt zu liebe…. denn auch das liegt uns am Herzen. Anmerkung der Reederei: Auf Umweltschutz wird viel Wert gelegt. Modernste Technik und Umwelttechnik zeichnen die HANSEATIC spirit aus. Über einen SCR-Katalysator, der den Ausstoß von Stickoxid um fast 95 Prozent reduziert. Hapag-Lloyd Cruises führt verschiedene Maßnahmen zum Umweltschutz, teilweise über die gesetzlichen Bestimmungen hinaus, durch. Das Unternehmen verzichtet auf Einsatz von Schweröl und setzt den schadstoffarmen Kraftstoff Marine Gasöl ein. 

 

Bevor wir in See stechen noch ein kleiner Steckbrief der Spitzbergen: Ihr alle kennt Norwegen. Aber wusstet ihr das Spitzbergen auch noch dazu gehört? Spitzbergen heißt übersetzt die „Kühle Küste“ und liegt auf dem 78ten Breitengrad. Hierzu gehören rund 400 Inseln, bestehend aus Eis und Gletschern. Spitzbergen ist der Name der Hauptinsel, während Svalbard die offizielle Bezeichnung für die Inselgruppe ist. Gut 60 % der Landfläche Svalbards sind vergletschert, Tendenz derzeit wegen der Klimaerwärmung leider abnehmend. Vier Nordmeere treffen dort zusammen: Die Grönlandsee, das Europäische Nordmeer, Barentssee und das Nordpolarmeer. 


Nun stehen wir hier auf dem Balkon vor unserer Kabine und sind so happy. Sonst konnten wir diese Naturlandschaften nur auf Bildern und Naturfilmen bestaunen! Und nun – wir sind hier – live vor Ort. Spitzbergen ist nicht nur die Heimat der Eisbären, sondern auch Walrosse, Rentiere, Wale und Belugas. Leider auch ein Ort des sichtbaren Klimawandels. Auf Spitzbergen leben 2.700 Menschen und geschätzt 3.000 Eisbären. Ob wir den König der Arktis auch zu sehen bekommen? Lassen wir uns einfach überraschen! Ihr werdet es erfahren. (wahrscheinlich nicht tagesaktuell).


So, das waren (für heute zumindest) die ersten Eindrücke und Informationen. Na ja, wir verlassen ja nun die stabilen Mobilfunkstrahlen. Denke es wird nun etwas ruhiger, sehr ruhiger um uns. Unsere vorab Recherchen haben uns zu verstehen gegeben das es wohl nur an einem einzigen Ort – an diesem hier - Mobilfunk gibt. Und am Ende der Reise in Longyearbyen. Also keine Sorgen machen, die Bilder und Texte kommen dann eben mit Verspätung. (Oder wir schicken eine Brieftaube los) 


Tschüss, Zivilisation!  


23. Juli 2022

Heute stand ein gechillter Tag auf dem Programm. Das heisst aber nicht das wir hier nur rumgelottert haben…! Aber fangen wir mal von vorne an. Die erste Nacht auf dem Schiff verlief bei 2,5 Meter hohen Wellen etwas „schaukelnd“. Um 3 Uhr in der früh wurden wir wach - Ups, verschlafen? Nee, es wird ja hier nicht dunkel. Also müssen wir erst noch unseren biologischen Rhythmus umprogrammieren.


Um 8 Uhr Frühstück, um 9 Uhr am obersten Deck zur Stiefel und Parka Anprobe. Im straffen Zeitplan ging es weiter zur Pflichtveranstaltung „Einweisung zu den Zodiac Ausfahrten und Verhaltensregeln bei Landgängen“ (Zodiac = Schlauchboot). Im Anschluss wurde die Crew, Biologen, Geologen und die Eisbärwächter vorgestellt… wobei mitten im Vortrag eine Durchsage vom Kapitän ertönte „Finnwale in Sicht“! Somit raus auf die Balkone - und tatsächlich, eine Herde der große Wale waren auf Futtersuche in unmittelbarer Nähe des Schiffes. Ein wunderschönes Erlebnis, leider können wir euch hier nicht teilhaben lassen, denn wer nimmt schon die Kamera zu einem Vortrag mit? Schade, aber der Meeres-Rancher hat uns versichert das wir noch weitere Wale sehen werden. Hoffen wir es mal.


Um 15 Uhr kam dann der nächste Termin. Der leidige Corona Test. Gegen 16 Uhr erreichten wir dann das Tages-Highlight, die Bäreninsel. Diese befindet sich im westlichen Teil der Barentsee. Die Insel ist 178 Quadratkilometer gross und liegt südlich von Spitzbergen. Die Wassertiefe beträgt in deren Nähe kaum mehr als 100 Meter. Die Insel ist, mit Ausnahme weniger Personen zur Betreuung der meteorologischen Station, unbewohnt. Der Süden der Insel ist bekannt für seine beeindruckenden Vogelfelsen.


Dank der 60 Minuten Internet, welche uns am Tag vom Schiff zur Verfügung gestellt wird, können wir euch einige Bilder der Bäreninsel ganz aktuell hochladen. Auch wenn die Insel halbwegs im Nebel lag, meinte unser Kapitän Axel Engeldrum, dass wir viel Glück hatten die Insel zu sehen, dies wäre selten der Fall. Nun stehen uns noch 330 Kilometer bevor, bis wir morgen im Hornsud Fjord ankommen. Wenn es die Satelliten Verbindung gut mit uns meint, bekommt ihr morgen wieder von uns zu hören.


Faktencheck: Näher am Universum als am Rest der Welt. Spitzbergen, die Eisbox unter den Paradiesen.

24. Juli 2022

Wir haben es geschafft und sind nun in der Spitzberg Region angekommen. Schon beim Frühstück schipperten wir an den schroffen Felsen, die den Honsundfjord umsäumen, vorbei. Auch den dritthöchsten Berg von Spitzbergen, den Hornsudtind (1431m), konnten wir mit der Kaffeetasse in der Hand, bestaunen. Der Gipfel lag leider noch im Nebel. Der Hornsund ist der südlichste Fjord Spitzbergens. Er reicht etwa 25 Kilometer ins Landesinnere hinein. Der Eingang zum Fjord trennt das Sorkapp-Land im Süden von Wedl-Jarlsber-Land im Norden er ist zwischen 1, und 11 Kilometer breit.

Gegen 11 Uhr und drei Kilometer vor dem Ende der Bucht wurde der Motor der Spirit gestoppt und wir waren inmitten der spektakulären Eislandschaft. Ab und zu kreisten Möwen um das Schiff und auf einigen Eisschollen, welche vereinzelt vor dem Schiff treiben, haben es sich die Robben bequem gemacht. Auch Beluga Wale tummeln sich hier. Leider haben wir keinen gesehen, was auch schwierig ist - weisser Wal, weisse Eisschollen.

Um 12 Uhr lies die Besatzung die Zodiacs zu Wasser. Wer wollte konnte mit den Guides am Ufer entlang fahren um näher an die Gletscher heran zu kommen. Ich schickte da mal Markus mit raus und schaute mir diese schaukelnde Expedition erst mal von der Reling aus an. Ich beobachte das Geschehen, sicher und im warmen, vom Observations-Deck aus und halte euch auf dem laufenden. Ja, hier sitze ich im Sessel vor den großen Panorama Fenstern mit dem iPad und genieße die Aussicht (siehe Bild) 🤓. Sind wir mal gespannt was er an Bild-Material für uns mitbringen wird. 

So, drei Stunden später. Markus ist nicht vom Zodiac gefallen, sondern hatte das Glück an der Gletscherwand einen Eisabbruch sehen zu können. Grollend lösten sich die Eisschollen vom überhängend Gletscher und stürzten ins Meer. Also war die Ausfahrt mit dem Zodiac (wie er sagt) ganz easy. Dann schauen wir mal wie es morgen in Ny-Alesund wird. Je nachdem ob und was für welche Ausfahrten geplant sind, werde ich mich dann auch mal in ein Schlauchboot wagen (Aber das muss erst nochmal gründlich durchdacht werden) 🫣.

Ansonsten wird heute nicht mehr viel passieren und so lange wir noch halbwegs gute Satelliten Verbindung haben muss unser Bild-Material online gehen. Wir begeben uns nun, auch die Nacht hindurch, auf die Weiterreise in eine der nördlichsten Siedlungen, nach Ny-Alesund. 

Faktencheck:  Keine Katzen. Da auch die arktische Natur auf Spitzbergen selbst sehr verletzlich ist, sind Katzen nicht erlaubt. Vor allem natürlich die Vogelwelt soll so geschützt werden.

25. Juli 2022

Heute morgen um 10 Uhr erreichten wir Ny-Ålesund (früher in verschiedenen Sprachen auch Kings Bay genannt) Die Ortschaft ist eine der nördlichsten Siedlungen der Erde. Hier lieben zwischen 30 Personen im Winter und etwa 120 Personen im Sommer. Der Ort wurde 1916 gegründet und wurde durch die Kohleförderung bekannt. Nach einem Grubenunglück wurde dies im Jahr 1963 eingestellt. Mittlerweile hat sich Ny Alesund zu einem internationalen Forschungszentrum entwickelt. Ny-Ålesund ist die nördlichste dauerhafte zivile Forschungsstation der Welt und wird derzeit ausgebaut, um eine moderne internationale Arktisforschung und Überwachung der Umwelt zu ermöglichen. Dann kommen wir noch kurz zu dem historischen Teil der Siedlung. Ihr bekommt nun auch etwas Kultur ab. Ihr braucht es ja nur lesen, während wir auf den Schotterpisten zu Fuß alles abklappern mussten😅

Von hier aus starteten unter anderem die erste erfolgreiche Nordpol-Überquerung mit einem Luftschiff. Der Andock-Turm für das Luftschiff steht bis heute etwas außerhalb des Ortes. Dem Polarheld Roald Amundsen gelang es im Jahr 1926 mit dem Luftschiff den Nordpol zu überqueren. Nun gehören der Mast und die Amundsen Statue zu den touristischen Attraktionen hier. Auch dem nördlichsten Postamt dem Welt haben wir einen Besuch abgestattet. Eine alte Diesel Lokomotive mit den Waggons steht auch noch in der Nähe des Hafens auf verrosteten Gleisen, ein Überbleibsel des früheren Kohleabbaus. Ach ja, Warnschilder weissen auf Eisbär-Gefahr hin. Hier warnen die Schilder vor einem Weitergehen ohne Waffe. Diese Schilder nehmen wir selbstverständlich ernst und halten uns an diese Vorschriften. Unsere 6 Eisbärwächter waren im Ort und etwas außerhalb auf Position verteilt.

Ein schönes Fotomotiv waren natürlich auch die bunten Häuser inmitten dieser schroff kargen Landschaft. Jedes in einer anderen Farbe. So konnten wir euch heute mal andere Bildmotive außer Meer und Eis abliefern. 👍 Nun sitzen wir wieder hier auf Deck 8 vor dem Panorama Fenster und schauen zu wie die letzte Passagiere über die Gangway zurück an Bord kommen. Gleich werden wir Ny-Alesund verlassen und uns auf dem Weg zum 14. Juli Gletscher machen.

Mittlerweile ist es 18:30 Uhr und euch wird schon brennend interessieren ob ich auf das Schlauchboot geklettert bin!!! Jaaaa, Jaaa! Ich war mutig und habe mich (nach einem großen Schluck „Jägermeister”) auf die wackelige Angelegenheit eingelassen. Beweisfotos anbei. Wir sind zwischen Eisschollen hindurch zum Gletscher des 14. Juli gefahren und am Stand entlang gelaufen. Nun genehmigen wir uns eine Flasche französischen Weißwein, welcher uns auf die Kabine gebracht wurde und werden später standesgemäß im französischen Restaurant Le Esprit zu Abend essen. 😉Was uns morgen erwarten wird wissen wir noch nicht, lassen wir uns überraschen.

Faktencheck: Wo die Sonne nicht untergeht. Eigentlich ist es ganz einfach: Morgens geht die Sonne im Osten auf, und abends geht sie im Westen unter. Nicht so in der Arktis, dann am Nordpol gibt es nur eine Himmelsrichtung und das ist der Süden. Im Sommer umkreist die Sonne den Horizont und geht in der Zeit vom 21. März bis zum 22. September nicht unter. Ihr kennt das Phänomen – es heißt Mitternachtssonne. Der Tag hat kein Ende.

26. Juli 2022

Heute wird es ein ein gemütlicher ruhiger Tag. Was allerdings nicht auf unsere Fahrroute zutrifft. Wir haben die Grenze zum Packeis erreicht. Die Spirit bahnt sich ihren Weg durch die immer dicker werdende Eisschollen. Die Gläser vibrieren, der Fernseher an der Wand zittert in der Halterung und unsere Schranktüren öffnen sich durch die Vibrationen. Nun sind wir bis auf 900 Kilometer zum Nordpol angekommen, eine Weiterfahrt ist nun nicht mehr möglich. Der Kapitän ordnete eine einstündige Pause an. Ich nutze die Gelegenheit und mache mich auf zum Spa-Bereich um mir (inmitten von der Eiswüste) eine Fußpflege zu gönnen. Fussmassage bei solcher Aussicht hat man nur einmal im Leben 😇.


Mittlerweile sind wir wieder auf Deck 8 mit dem herrlichen Panorama Blick und wir suchen die Schollen nach Eisbären und Robben ab. Dies gleicht der Suche nach einer Nadel im Heuhafen, aber vielleicht haben wir doch Glück. Was die Onlineverbindung in den letzten 24 Stunden her gab hatten wie kaum Glück. Schon gestern Abend konnten wir nur einige Bilder laden, da die Verbindung ständig abbrach. Warten wir mal ab wann und wie wir wieder online sein werden.


Faktencheck:

Eine sehr kuriose Sammlung befindet sich ebenfalls auf Spitzbergen, ganz in der Nähe des Flughafens: eine Samenbank, in der tief in der Erde in einem Bunkersystem Samen aller derzeit bekannter Pflanzen gelagert werden. Spitzbergen hat ein sehr konstantes Klima und ist nicht durch Erdbeben, Krieg und ähnliche Katastrophen bedroht, so dass die Inselgruppe ein idealer Aufbewahrungsort dafür ist. Sollte eine Pflanzenart aussterben, kann man auf das dort lagernde Saatgut zurückgreifen und eine Neuzucht versuchen.


27. Juli 2022

Heute morgen ging es etwas stressiger zu - ja, man muss auf einer Expeditionsreise schon einiges an Flexibilität mitbringen. Wir saßen mit einer frisch eingeschänkten Tasse Kaffee am Frühstückstisch als die Borddurchsage uns hinwies, dass es mit den Zodiacs rausging zum Monacco-Gletscher. Da unsere Gruppenfarbe gelb bei den ersten Ausfahrten dabei war, hiess es „zackig“ zurück in die Kabine. Dann in die drei Schichten Hosen, Parker, Mütze, Handschuhe und in die Rettungsweste. Gummistiefel blieben uns erspart, da es keine „nasse Anlandung“ gab. Jetzt noch runter zum Deck 3 und ab ins Gummiboot. 


Die Ausfahrt hat das verpasste Frühstück und die Hektik mehr als entschädigt. Wir fuhren zwischen Eisschollen und im Meer treibenden Eisberge vorbei. Möwen und Seeschwalben saßen auf dem Eis und suchten nach kleinen Fischen. Ein dumpfes Grollen riss uns aus der idyllischen und mystischen Stimmung - der Monaco-Gletscher kalbt. Ein sehr großes Stück Eis fiel mit großer Wucht ins Meer. Stille, bis wir - um uns herum - Geräusche hörten. Irgendwie eine Mischung aus zischen unf ploppen. Unsere Expeditions-Frau Heike erklärte uns das es sich hier um Luftbläschen handelt, welche über Tausende von Jahre in dem Gletscher waren und durch den Abbruch nun freigesetzt wurden. Ein sehr spektakuläres Ereignis, schön das wir daran teilhaben durften.


Wir fuhren eine Stecke von ca 10 Kilometer durch dieses Gebiet, fast am Ende der Tour wurden wir auf dem Wasser von unserer Chefstewardess Doris mit einem Glas Champagner überrascht. Ihr Zodiac war mit einem Tisch inklusive weißer Tischdecke, silberner Eisschale und Blumen dekoriert. Bei langsamen vorbei fahren bekamen wir dem Schampus gereicht. Da hat sich unsere Chef-Stewardess echt selbst übertroffen. Schön war’s. Nun warten wir auf das Mittagessen. Der Magen macht sich nun nach dem entgangenen Frühstück bemerkbar…! 


Wie ihr sicher bemerkt habt kommen wir nicht nach mit dem Bilder hoch laden. Entweder haben wir gar keinen Empfang, oder zu gering für die Bilder 😏. Aber wir bleiben dran, auch wenn nur „Häppchenweise“ neue Bilder online gehen. 


Faktencheck:
Strenges Alkoholgesetz, da der Verkauf von Alkohol rationiert ist. Die monatliche Ration für Spitzbergen erlaubt bis zu zwei Flaschen Schnaps oder vier Flaschen Wein, eine halbe Flasche Likörwein und 24 Dosen Bier pro Monat.

28. Juli 2022

Hinlopenstraße heißt die Meerenge zwischen den Inseln Spitzbergen und Nordostland. Sie ist 150 km lang, zwischen 10 und 60 km breit und reicht von Kap Payer im Süden bis Verlegenhuken im Norden. Sie ist über 400 m tief und durch mehrere Schwellen in eine Reihe von Becken geteilt. In ihrem südlichen Teil enthält sie zahlreiche Inseln. Walrosse auf einer vorgelagerten Landzunge hieß es heute morgen um 8 Uhr über die Borddurchsage. Da unsere Gruppe heute erst als vorletzte an die Reihe kam, war es dieses mal sehr stressfrei und wir konnten unser Frühstück komplett genießen. Um 10 Uhr stiegen wir in kompletter Wintermontur inklusive Gummistiefel ins Zodiac. Gummistiefel, da wir heute eine „nasse Anlandung“ hatten. Das heißt das Schlauchboot fährt bis zum Stand und man muss noch ein paar Meter durchs Wasser gehen. Aber mit der Plastik-Regen-Hose und den hohen Gummistiefel kein Problem. Ich hab mich inzwischen mit unserem schwimmenden Expeditionsmobil angefreundet und finde es fast schon „easy“.


Wir liefen eine kurze Strecke am Kiesstand entlang und bestaunten die Walross- Kolonie. Überwiegend handelte es sich hier um Mütter und ihre Kälber. Schon atemberaubend diese riesigen und behäbigen Tiere hier in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten zu können. Ein weiteres Highlight dieser spannenden Reise. Heute zeigt der Thermometer 1 Grad Celsius an. Da wir zur Zeit keine aktuellen Nachrichten empfangen können, gehen wir dennoch davon aus, dass ihr am schwitzen seit.

 

Gegen 14 Uhr erreichten wir unser nächstes Ziel Alkefjellet. Hierbei handelt es sich um einen mehrere Kilometer langen Lummenfelsen auf der Hinlopenstraße südlich vom Lomfjord. Schon die steilen Basaltklippen sind sehenswert, aber die Hauptattraktion besteht aus einigen zehntausend Brutpaaren von Dickschnabellummen. Nun steigen wir zum zweiten Mal des Tages in unser 3-Schichten-Outfit und begeben uns runter zum Deck 3 zum Zodiac-Einstieg. Hmm, vielleicht noch eine Mütze auf den Kopf, so als Schutz vorm Vogel Schiss? Ob ein Vogel getroffen hat erfahrt ihr später. Müssen los….!  

 

Wieder zurück vom Vogelfelsen und ja ich wurde beschissen, war ja fast klar - und das gleich drei mal.

Einmal natürlich mitten auf den Kopf, hatte mich leider doch gegen die Mütze entschieden. Unser heutiger Experte Wolfgang half mir aus dem Zodiac und meinte, ich solle am besten gleich unter die Dusche. Nachdem ich eine Fahne der Duftmarke Vogel-Kacka von Bug bis zum Heck des Schiffes hinter mir her gezogen habe, ging ich schnurstracks unter die Dusche.


Wir hatten heute einen unvergesslichen Tag mit sehr vielen Tieren an welchen wir noch, ganz bestimmt, sehr oft zurück denken werden. Wo und was wir morgen erleben werden wissen wir noch nicht, lassen wir uns einfach überraschen. Ein ruhiger Seetag zur Abwechslung wäre ja auch mal was. 😇


Faktencheck:
Wie ein fliegender Pinguin. Die Seevogelart Dickschnabellumme werden hier gejagt und laufen Gefahr, in Grönland oder Neufundland im Kochtopf zu landen. Dennoch sind sie im Sommer an den Brutplätzen gegenüber menschlichen Besuchern recht tolerant und lassen sich gerne aus der Nähe beobachten und fotografieren, bescheißen einen dabei aber gelegentlich auch kräftig. Der Dickschnabellumme sieht aus wie ein kleiner Pinguin.


29. Juli 2022

Erst mal noch ein Nachtrag von gestern Abend…. ERLEBNIS-ALARM. Wir aßen gestern im französischen Gourmet Restaurant L‘ Esprit zu Abend als mal wieder eine Borddurchsage von der Brücke kam. EISBÄR auf der Backbordseite. Na prima, wir warten schon seit Tagen auf einen Eisbär, aber ausgerechnet kurz vorm Rinderfilet taucht er aus der Versenkung auf. Wir baten unseren Kellner Boris noch kurz mit dem Hauptgang zu warten und liefen auf den Balkon um nach dem Bären zu schauen. Er lag in ca. 850 Meter Entfernung vom Schiff am Ufer. Zu weit weg für ein schönes Foto. Schade, aber vielleicht bietet sich nochmal eine Chance einen Eisbär zu sehen. Also zurück zum Rinderfilet und zum afrikanischen Rotwein.


Kaum am Platz und den ersten Bissen des Filets im Mund, ertönte erneut die Stimme von Sascha, unserem Expeditionsleiter, durchs Restaurant. Was hat er jetzt für eine Idee? Er will die Zodiacs zu Wasser lassen und nach 22 Uhr zum Bär zu fahren!!! Echt jetzt? Ich war durch den Rotwein und dem vorherigen Gin-Aperitif schon im Bett-Schwere-Modus. Und nochmals in die volle Wintermontur (hatte ich ja schon zweimal heute). Nö, ich bin fürs Bett. Markus dagegen wollte Bilder vom Bär und wollte mit raus. Ich war schon im Dämmerschlaf bis er wieder zurück kam. Konnte aber noch ein Auge öffnen und die Bilder anschauen. Sehr schön 🤩.


Heute morgen haben wir den Landausflug dann ausfallen lassen und sind gemütlich nach dem Frühstück auf dem Schiffsdeck etwas gelaufen um die Aussicht und frische Luft zu genießen. Um 12 Uhr ist Pølser Party oben auf dem Pool Deck. Das ist eine norwegische Tradition mit norwegischen Köstlichkeiten, Wein, Bier und Livemusik. Sind wir mal gespannt, wird sicher gut. Den Rest des Tages lassen wir mal noch offen. 


Faktencheck:

Der Schutz vor Eisbären erfordert es auch, dass auf Spitzbergen nichts abgeschlossen wird. Autos und Haustüren müssen immer unversperrt bleiben, damit jeder im Fall des Falles Schutz finden kann. Nicht gerade gemütlich, wenn man sich vorstellt, vorm Fernseher zu sitzen und plötzlich stürmt jemand herein, weil er von einem Eisbär verfolgt wird, nicht wahr? Aber offenbar notwendig und allzu oft dürfte so eine Verfolgungsjagd dann ja doch nicht vorkommen…


30. Juli 2022

Ups, heute morgen begann der Tag auf rauer See. Bei einer Windstärke von 80 km/h und den sich daraus ergebenden Wellen, schwankt es im Moment ganz schön hier. Schon beim Aufstehen heute morgen war es eine wacklige Angelegenheit, bis man fürs Frühstück fertig angezogen war. Und Rumps, ehe ich mich versah lag ich auf dem Boden 🤣. Nein, ich hab nicht zur allgemeinen Volksbelustigung beigetragen, ich plumpste auf den Kabinenboden zwischen Bett und Schreibtisch. Nix passiert, bin noch intakt! Auf dem Weg zum Frühstück schlich ich an der Wand entlang und blieb auf den Beinen. 👍.


Mittlerweile hat der Kapitän die Stabilisatoren ausgefahren und der Wellengang ist erträglicher. Natürlich wurde die Expeditionstour mit den Zodiacs heute abgesagt, es hätte in der Anderssonbukta an Land gehen sollen. Nun fahren wir weiter zum Kapp Lee und warten mal ab wie es mit Wetter und dem Sturm dort aussieht. Wir sitzen nun weder auf Deck 8 und geniessen die wunderschöne Aussicht auf die arktische Berglandschaft und an der Küste sieht man 5 Eisbären. Noch eine gute Nachricht: wir haben grad Internet Empfang und versuchen die angestauten Bilder der letzten Tage hoch zu laden. 😅


So, es hat heute Nachmittag doch noch geklappt und es konnte noch eine „nasse Anlandung“ auf der Insel Edgeoya stattfinden. Wir sind nun in der Bucht Freemansund. Der Wind hat sich etwas gelegt, trotzdem war es nich sehr wellig und windig. Ich fand die Lokation des Ausflug nicht sooo interessant. Diese Vegetation und die idyllische Landschaft konnte ich auch vom Balkon aus gut erspähen. Deshalb hatte ich die Zeit genutzt und erstmal geduscht, so lange das Schiff noch am Anker liegt und die schauckelnden Bewegungen sich noch in Grenzen hielten. Danach hab ich mir eine Flasche Schampus entkorkt und habe es mir damit und dem Fernglas auf dem Balkon gemütlich gemacht. Markus trotzte den See-Verhältnissen und hat sich dem Expeditionsteam angeschlossen. Scheinbar war es eine ruppige Anlandung und nicht gerade schonend für den Rücken. Kaltes Arktis-Spitzwasser inklusive. Aber es sind immerhin schöne Bilder zusammen gekommen.


Heute Abend um 21:45 Uhr sind wir im dem großen Saal des HanseAtriums auf Deck 4 zu einem Drink mit dem Kapitän verabredet, er möchte die Gäste verabschieden und noch ein paar Worte sprechen. Naja, aber wir sind noch bis Übermorgen hier und werden diese Zeit in vollen Zügen genießen. Meno, wie schnell ist die Zeit hier vergangen…!


Faktencheck:
Mehr als vier Monate im Jahr ist es auf Spitzbergen übrigens dunkel, in der sogenannten Polarnacht. Morketida nennen die Norweger diese Zeit und zum Höhepunkt der Saison wird es nun nicht mal dämmrig und die Temperaturen sinken schon mal auf unter 40°C. Dafür ist es im Sommer über 4 Monate lang hell, die Zeit der Mitternachtssonne sorgt für reges Treiben und einen wahren Energieschub der Bewohner.


31. Juli 2022

Wir sind nun auf dem Weg zur Ortschaft Longyearben, wo wir morgen früh gegen 9:30 Uhr das Schiff verlassen werden.

Der Zodiac-Ausflug heute morgen musste leider abgesagt werden. Beim ersten Anlandungsziel trieb sich ein Eisbär rum und nun hat sich das Wetter sehr verschlechtert. Alles dicht verhüllt im Nebel. Sicht unter 100 Meter und starker Wellengang. So genießen wir den vormittag ganz gemütlich und warten ab, ob es heute noch zu einem Ausflug kommt. Gegen Abend fangen wir an die Koffer zu packen und genießen unsere letzten Stunden an Bord der Hanseatic Spirit.


Faktencheck: 

Spitzbergen ist kein einfacher Ort um dort zu leben. Jeder Einwohner muss sich selbst versorgen können und aufgrund der Eisbären benötigt jeder eine eigene Schusswaffe.


01. August 2022

Bisschen traurig, heute morgen wurden wir nicht von einer Borddurchsage geweckt mit Hinweisen auf Tiere oder außergewöhnliche Naturspektakel, sondern es wurden die Farbgruppen aufgerufen welche zuerst das Schiff verlassen müssen. Wir kamen als letzte Gruppe dran und wurden mit dem Tenderboot an den Hafen gefahren. Die Spirit hatte kein Platz am Dock und musste vorm Hafen ankern. Immerhin kamen wir so in den Genuss in einem orangefarbenen Tender zu sitzen und zum Hafen zu schippern. Dort stand schon ein Bus für uns bereit, zur Entdeckungstour, um die Ortschaft Longyearben und etwas von der Umgebung kennenzulernen. 

Die Stadt ist nicht groß und hat nur ca. 2.000 Einwohner. Außerhalb darf man sich hier allein und ohne Waffe nicht bewegen, der Eisbären wegen. Longyearben ist heute eine Universitäts- und Forschungsstadt. Früher war die Siedlung vom Bergbau geprägt. Ab und zu kann man noch Überreste entdecken, alte Loren, die alten Minen-Gebäude und auch die Überreste der Seilbahn mit denen die Kohle transportiert wurde. 

Unsere Tour begann im Museum, hier wurden die heimischen Tiere erklärt und es wurde beschrieben wie früher die Trapper lebten und jagten. Wir hatten eine Stunde Aufenthalt und weiter ging es zu einem Camp. Hier warteten wir noch kurz im Bus, bis die Eisbärwächterin (mit Gewehr) die Lage abgecheckt hat. Am interessantesten waren die Schlittenhunde….! In einem Zelt konnten wir uns am Feuer aufwärmen und bekamen Pfannkuchen. Hier ist es zur Zeit Sommer und die heutige Tagestemperatur betrug 12 Grad. Weiter ging es zu einem Spaziergang in der „City“ und die Tour endete in Radisson Restaurant zum Mittags-Buffet. 

Bei einer steifen Brise verabschiedeten wir uns von Spitzbergen. Hier saugen wir nochmal die raue und doch so schöne Stimmung der Arktis auf. Wir schauen nochmal die bergige Landschaft an und lassen die so eindrucksvollen Tage nochmals durch das Gedächtnis ziehen. Noch einmal tief durchatmen bevor es gleich zurück nach Deutschland geht. Zurück in den Alltag, zurück zu hochsommerlichen Temperaturen, T-Shirt statt Polarparka, kurze Leggins anstatt Thermohose…. So schön war’s. Mal ganz etwas anderes und einmaliges. Man weiss nie, vielleicht kommt nach der Arktis die Antarktis? 

Wir hoffen unsere Bilder und Eindrücke dieser Reise haben euch gefallen. Danke, das ihr 4.100 Kilometer mit uns virtuell durch die Arktis geschippert seit. Im Herbst, vielleicht dauert es gar nicht mehr lange, werden wir wieder unterwegs sein. Dieses Mal sehr wahrscheinlicher, nein…. mit absoluter Sicherheit in wärmeren Gefilden. 

Faktencheck, der letzte: Longyearbyen – die Stadt, in der Sterben „verboten“ ist. Durch die Nähe zur Arktis ist es dort so kalt, dass der Boden permanent gefroren ist. Dies wiederum hat zu dieser wahrlich skurrilen Gesetzgebung geführt..! Stellt euch mal vor, in eurer Heimat wäre es euch verboten zu sterben? Geht nicht, denkt ihr? Wobei sterben könnt ihr schon, aber es gibt keine Möglichkeit, hier auch beerdigt zu werden. Das offizielle Gesetz besagt, dass man sich zum Sterben auf das norwegische Festland begeben muss oder eben nach dem Tod dorthin gebracht wird, um dort begraben werden zu können. Wenn man Leute im Permafrost begräbt, kommen ihre Leichen früher oder später wieder an die Oberfläche und durch die Kälte verrottet hier auch nichts.

02. August 2022